Topfgucker

Mit Fisch hat der Sieger bei der ersten Runde der Nordkurier-Kochtour gepunktet. Er setzte sich gegen Spargelsuppe und Soljanka durch. Und mehr als hundert Zuschauer sahen dabei zu.

So ausgiebig in fremde Kochtöpfe gucken, das ließen sich die Neustrelitzer nicht entgehen. Dicht umringt waren die Kochstationen der Nordkurier-Kochtour am Neustrelitzer Hafen. Drei Kandidaten stellten sich dem öffentlichen Wettbewerb um die Gunst der Feinschmecker. 90 Minuten durften Eveline Tallach, Ingelore Festerling und Matthias Bachera schnippeln, garen, anrichten – dann mussten die Gerichte auf den Tisch und in die Wertung.

Mit den Topfguckern hatte keiner von ihnen ein Problem, im Gegenteil. „Das macht mir richtig Spaß. Ich koche richtig gerne, auch vor Publikum”, sagte Matthias Bachera – der am Ende mit der höchsten Punktzahl von der Jury belohnt wurde. Sein Saibling mit Risotto und Gurkensalat à la Mama machte das Rennen. „Meine Mutter hat mir das meiste beigebracht”, sagte er. Mit seinem Gericht hatte er voll auf Risiko gesetzt. Denn: „Entweder der Fisch ist fertig oder tot”, wie eine Zuschauerin ihm als Warnung zurief.

Moderator Thomas Geyer ließ die Hobbyköche immer wieder zu Wort kommen, sodass das Publikum bestens darüber aufgeklärt wurde, welche Feinheiten und Tricks bei der Zubereitung der Speisen ins Spiel kamen. Eveline Tallach verriet beispielsweise, dass Ei-Stich genauso gut, wenn nicht sogar besser, in der Mikrowelle gelingt statt im Wasserbad. Sie kochte eine Spargelsuppe mit Grießlößchen, Rinderfleisch und Eicherstich.

„Das war eine Offenbarung”, schwärmte Waltraut Bauer. Die Neustrelitzerin war eine von drei Zuschauern und Zuschauerinnen in der Jury. „Das Rezept stammt aus der Verwandtschaft, und in der Spargelzeit kommt es mindestens alle drei Wochen auf den Tisch”, sagte Eveline Tallach. „Und dann an zwei Tagen hintereinander”, ergänzte ihr Mann, der zur Verstärkung mit an den Neustrelitzer Hafen gekommen war.

Mit Torsten Günther vom Restaurant Fürstenhof saß auch ein Profi in der Jury. Während der anderthalbstündigen Kochzeit gab es Gelegenheit, ihn zum Geheimnis einer guten Küche zu befragen. „Frische Zutaten sind wichtig.” Trotz des Zeitdrucks und des unentwegten Hantierens mit Töpfen, Pfannen, Messern und anderen Gerätschaften waren die Kandidaten zu Späßen aufgelegt. Befragt, wie man Zwiebeln schneidet ohne zu weinen, antwortet Ingelore Festerling: „Das lasse ich meinen Mann machen und hier hilft mir ja die frische Luft.”

Die Mirowerin ging mit einem Soljanka-Rezept an den Start und viele der Zuschauer vor ihrem Kochblock gaben eigene Anekdoten zum Soljanka-Kochen zum Besten. „Das man hier so dicht an die Töpfe ran darf, finde ich große Klasse”, sagte Helga Dobbertin. Die Chance zum Topfgucken nutzte auch Patrick Kruse. Mit seinen 24 Jahren gehörte er zu jener Generation, der nachgesagt wird, sie koche nicht mehr. „Für mich trifft das nicht zu. Und meine Freundin lernt jetzt Köchin.”

Die nächste Kochrunde findet am 20. Mai auf dem Markt in Altentreptow statt. Wer dabei sein will, kann sich unter folgender Internetadresse bewerben: kochtour.nordkurier.de.